Das Helmi: Große Vögel, Kleine Vögel

My favourite theatre company in Berlin—well, along with Carstof at the Volksbühne, but besides shouting in German they’re not so comparable, but like Carstof at the Volksbühne Das Helmi perform new stuff often. And old often. A lot of performing often.

New! Pasolini’s Uccellacci e uccellini! My first encounter with the Helmis was an earlier search for God in the form of Der Name der Rose. I saw it twice. Yes, that good. I’ve heard from Dasniya small bits, their wanderings into St. Francis’ basilica in Assisi, many weeks of rehearsals. Premieres Friday 13th and probably worth hauling self to Berlin to see.

Wir wollen. Abbruchlandschaften und poetische Ruinen, die Dialektik der Vorstadt, den dunklen Ausdruck der Gesichter und das verrückte „Weiter! Immer Weiter!” Intensive Puppen, gesungene Landschaften, getanzte Erleuchtungen, tanzende Stricher und Spatzenbanden, Kommunisten und trotzige Perversionen, durch Hingabe und Erleuchtung, zwischen Narr und Heiligem.

Wir wollen: Endlich die leeren Straßen rings um Rom, das geheimnisvolle Niemandsland zwischen Märchen, Fabel, Surrealismus, Slapstick, marxistischer Allegorie und christlichem Lehrstück betreten, in dem Pasolinis Film Große Vögel, kleine Vögel spielt. Diese wunderbaren Bilder werden helmisiert, sie werden zum einen in die Gegenwart geholt, zugleich wird aber die Erhabenheit und Strenge des Vorbildes gewahrt.

Wir wollen als Narren in dem Land umherziehen, in dem Vögel von der Ideologie berichten, die schönen Prostituierten in Kornfeldern sitzen, wo Laien und Schauspieler gleichberechtigt agieren und in dem die magische Ennio-Morricone-Musik eine Atmosphäre zwischen elektrischer Kirchenmusik und italienischer Tarantella beschwört. Inspiriert von unserer kongenialen Partnerin und legendären Papstdarstellerin Cora Frost, die seit langem schon treue Weggefährtin ist.

Auf unserer Suche nach Gott sind wir bereits in Eco´s Der Name der Rose auf Franz von Assisi gestoßen; jetzt folgen wir den vibrierenden Bildern des revolutionären italienischen Kinos der 60er Jahre. Die Figuren von Toto und Ninetto erinnern uns ein wenig an Dostojewskis Idioten in ihrer Mischung aus Wahnsinn und Unschuld. Pasolinis aggressive klassenkämpferische Haltung, die sich in absurder Expressivität ausdrückt, bietet eine weitere interessante Facette für unsere Suche nach Erfahrung, Schmerz und Spiritualität. Dabei wollen wir rausgehen in die Hinterhöfe, ins Niemandsland, nach Marzahn und mit unseren sprechenden Vögeln den Menschen als existentiellen Individuen auf der Reise ihres Lebens begegnen.

Von und mit Cora Frost / Julia Gräfner / Felix Loycke / Florian Loycke / Brian Morrow / Franz Rogowski / Dasniya Sommer / Emir Tebatebai

Eine Produktion von Das Helmi in Kooperation mit dem Ballhaus Ost

Das Helmi: Große Vögel Kleine Vögel
Das Helmi: Große Vögel Kleine Vögel